Donnerstag, 15. August 2013

Gleimstraße 52: Viel Publikum, ein fehlendes Gutachten und „Mitarbeiter mit Vollmacht"

Gleimstraße 52

Wer auf die Geschäftsführung der Gleimstraße 52 GmbH & Co. KG zum Prozessauftakt über die Modernisierung der Wohnung, auf die fast vor einem Jahr ein Brandanschlag verübt worden war, gewartet hat, war enttäuscht. Sie glänzte durch Abwesenheit. Stattdessen wurde die Seite der Klägerin vom Bauleiter des Projekts vertreten, der auf die Anfrage des Richters als „Mitarbeiter“ vorgestellt worden war. Die entsprechende Vollmacht wird von dem Rechtsanwalt der Klägerin dem Gericht hoffentlich noch nachgereicht.

Genauso, wie das Gutachten über ein Schwammbefall, aufgrund dessen sich der Eigentümer weigert, den nunmehr schon seit fast einem Jahr bestehenden Brandschaden zu beheben, und welches der Beklagte und seine Rechtsanwältin immer noch nicht vorliegen haben, obwohl sie darüber schon vor mehr als drei Monaten gebeten haben.

Der Bauleiter war sogar bereit das Gutachten direkt im Gerichtssaal von seinem internetfähigen Handy zu verschicken. Aber so viel Entgegenkommen schien dem Mieter und seiner Anwältin doch etwas fehl am Platz. Denn wenn es darum geht den besagten Mieter in der Öffentlichkeit zu diffamieren und als „Blockierer“ darzustellen, so singen der Vermieter mit dem Bezirksamt Pankow unisono. Dem betroffenen Mieter wurde vom zuständigen BzStR Kirchner öffentlich eine „mangelnde Mitwirkung“ bescheinigt. Betrachtet BzStR Kirchner jetzt diese Situation, dass ein Gutachten nach mehr als 3 Monaten nicht nachgereicht wird, nicht als eine Blockadehaltung, diesmal nicht des Mieters, sondern des Vermieters? Rhetorische Frage, versteht sich.
Der vorsitzende Richter sorgte für eine allgemeine „Aufheiterung“, als er sagte: „Nach dem neuen Mietrecht würden wir hier gar nicht sitzen.“
Glück im Unglück.

Die Seiten haben sich verständigt, sich Anfang September zu treffen, um sich über die Modernisierungsvereinbarung auszutauschen, und da gibt es Einiges, was geklärt werden muss.
Die wesentlichen Punkte sind: die Miete nach der Sanierung, die Vertragsstrafe, falls der Mieter nach der Modernisierungsmaßnahmen aus irgendwelchen Gründen nicht zurückkehren kann und die Badewanne. Denn laut vorliegenden technischen Zeichnungen hat der Mieter nach den Bauarbeiten keine Badewanne mehr, sondern eine Dusche, weil der Schacht mit den Versorgungsleitungen viel zu breit und kein Platz für die Badewanne vorhanden ist. Der Mieter hat aber eine Badewanne, und will sie auch nach der Modernisierung haben.
„An der Badewanne soll es nicht scheitern“. - erklärte der Rechtsanwalt der Klägerin.
Wenn die Verhandlungen im September zu keinem Ergebnis führen, so sieht man sich wieder in der 43. Woche bei Amtsgericht Mitte, sobald der zuständige Richter aus dem Urlaub kommt.

Voilà!

Bis dahin lest diesen Blog und achtet auf die Zeichen!

NO PASARAN!